TIERARZTPRAXIS HEIKE LUCKOW
HEIKE LUCKOW prakt. Tierärztin Zahnbehandlungen Osteopathie Bioresonanzbehandlung
                                             HEIKE LUCKOW                                             prakt. Tierärztin                                            Zahnbehandlungen                                                Osteopathie                                       Bioresonanzbehandlung

Die selektive Entwurmung

 

Die standardgemäße Entwurmung unserer Pferde 4x/ Jahr ist nicht mehr unbedingt sinnvoll. Durch den routinemäßigen Gebrauch von Entwurmungsmitteln über einen langen Zeitraum hinweg hat die Natur sich angepasst und die Parasiten haben begonnen Resistenzen zu entwickeln. Besonders bei Parasiten mit einer kurzen Präpatenz (=Zeit von der Infektion bis zur Eiablage) wie z.B. den kleinen Strongyliden kann das fatale Folgen haben.

Die kleinen Strongyliden benötigen keine Zwischenwirte und werden somit vom Pferd z.B. direkt auf der Weide aufgenommen, sie werden abgeschluckt und gelangen in den Dickdarm, dort dringen sie in die Schleimhaut ein und entwickeln sich innerhalb von 6-12 Tagen über die Larve 3 zur Larve 4, diese entwickelt sich weiter zum eigentlichen Wurm und beginnt mit der Eiausscheidung. Die Präpatenz bei den kleinen Strongyliden beträgt 5,5-14 Wochen. Die Larve 3 kann sich unter bestimmten Voraussetzungen in der Darmschleimhaut einkapseln, z.B. wenn die Wurmbürde sehr hoch ist, d.h. viele Würmer im Darm leben. Dieser Zustand kann über mehrere Monate oder auch Jahre bestehen. Die eingekapselten Larven sind vor dem Immunsystem des Pferdes gut geschützt und auch die Anthelmintika können sie nicht abtöten. Die einzige Ausnahme ist Moxidectin (Equest).

Wenn nun z.B. die Anzahl der im Darm lebenden Würmer reduziert wird, sei es durch eine Entwurmung oder den natürlichen Alterungsprozess der Würmer, dann nutzen die eingekapselten Larven ihre Chance und können massenhaft ausschwemmen, das führt zum Krankheitsbild der larvalen Cyathostominose. Hierbei kommt es zu einer massiven Entzündung der Darmschleimhaut und den typischen Symptomen einer Kolitis. Diese Erkrankung kann zum Tode des Pferdes führen.

Auch die ausgewachsenen Würmer können zu klinischen Symptomen führen, bei einem  starken Befall kann man Gewichtsverlust, stumpfes Fell, Leistungsabfall, Koliken und Anämien beobachten.

Die Diagnostik der eingekapselten Larven ist schwierig. Sie sind durch Eizähl-verfahren, ebenso wie die wandernden großen Strongyliden, nicht  zu erfassen.

 

Nun ist aber die Gabe hochwirksamer potenter Medikamente als Routinevorsorge-behandlung nicht immer sinnvoll. Man hat auch festgestellt, dass ein gewisser Grad an Wurmpopulationen für das Immunsystem eines gesunden Pferdes zu managen sind. Hier greift die selektive Entwurmung. Das Prinzip ist einleuchtend, alle Pferde eines Bestandes werden mittels Eizählung z.B. nach dem McMaster-Verfahren untersucht. Behandelt werden befallene Tiere ab einer definierten Anzahl von Eiern (z.B. 200 Eier/g Kot) mit einer speziell für den vorhandenen Befall abgestimmten Therapie. Nach der Initialbehandlung  werden diese Tiere einer Kontrolluntersuchung unterzogen und je nach Ergebnis weiter behandelt.Die Ergebnisse werden in einem Bestandsmonitoring dokumentiert, das ermöglicht auch bestimmte Tiere, die z.B. als "Träger" fungieren, zu beobachten und die weitere Entwicklung des Befalls zu beurteilen.  3 Kotuntersuchungen pro Jahr sind nötig, um ein solches Managment führen zu können.

Die Schwierigkeit der selektiven Entwurmung liegt in der nicht abschätzbaren Belastung durch eingekapselte Larven und der Tatsache, dass ein gesundes Immun-system Grundvoraussetzung für die Durchführbarkeit sind. In einer gemischten Gruppe mit allen Altersklassen sollten  Fohlen, Jungpferde und Senioren nicht nach diesem  Entwurmungsprinzip behandelt werden.

Außerdem stellt die komplette Untersuchung aller Pferde eine ziemliche finanzielle Belastung der Halter dar. Studien haben gezeigt, dass auch das Monitoring von Sammelkotproben von maximal 10 Pferden einer Altersgruppe zu einem guten Management beitragen.

 

Weitere Endoparasiten sind die großen Strongyliden, die Askariden (Spulwürmer), die Magendasseln, die Bandwürmer und Oxyuris equi (Pfriemenschwänze).

Im November/Dezember sollte gegen Magendasseln behandelt werden, da diese in einer Kotuntersuchung nicht diagnostizierbar sind. Präventiv ist auch das Absuchen des Fells nach den typischen gelben Eiern sinnvoll. Auch Bandwürmer sind schwieriger zu diagnostizieren, da die Eiablage nicht kontinuierlich stattfindet.

 

Zusätzlich treten weiter Maßnahmen des Bestands-und Weidemanagements  in den Vordergrund:

  • Neuzugänge sollten isoliert werden und erst nach Entwurmung und attestiertem Entwurmungserfolg integriert werden
  • keine Mistdüngung von Weiden
  • gründliches Reinigen der Flächen = Abäppeln (Box täglich,Paddock täglich/mehrmals wöchentlich, Weide wöchentlich)
  • regelmäßige Desinfektion von Pferdeboxen
  • mindestens  1 jährliche Kotuntersuchung und Kontrolluntersuchung nach entsprechender Behandlung

Kontakt

 

Heike Luckow-prakt. Tierärztin

Zahnbehandlungen-Osteopathie-Bioresonanz

Ihlbrock 7

49457 Drebber

 

+49 175 5972361

 

E-Mail

vet-osteo-luckow@hotmail.de

 

Nutzen Sie auch gerne unser Kontaktformular

Termine:  01755972361

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